Tübinger Aufruf

AUFRUF FÜR TÜBINGEN UND REUTLINGEN

Aufgrund der massiven Abschottungspolitik seit Anfang der 1990er Jahre ist die Zahl von Asylsuchenden sehr gering geworden. Die restriktive Asyl- und Flüchtlingspolitik wurde häufig damit begründet, dass gerade die deutsche Bevölkerung nicht zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit sei. Wir wollen mit der Save-Me-Kampagne das Gegenteil beweisen. Die Bundesregierung hat vor kurzem signalisiert, dass Deutschland Flüchtlinge aus dem Irak aufnehmen möchte. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es dürfen aber nicht nur Christen sein, wie einige CDU/CSU-Innenminister fordern. Das entscheidende Kriterium für die Aufnahme muss die Schutzbedürftigkeit sein. Und die Save-Me-Kampagne will mehr: Die reichen Industriestaaten sind mitverantwortlich für Hunger, Ausbeutung, Armut, Kriege, Umweltzerstörung (Klimawandel!) und andere Fluchtursachen überall auf der Welt. Deswegen wollen wir, dass Deutschland mehr Mitverantwortung für Fluchtursachen und Flüchtlinge übernimmt. Dazu gehört, dass alles getan wird, damit das Massensterben an den EU-Grenzen aufhört. Flüchtlinge müssen auf legalem Weg Aufnahme finden, sie dürfen in der reichen EU nicht länger entrechtet oder wie Gefangene behandelt werden. Auch dazu kann „Resettlement“ EIN Schritt sein.

Was macht die Save-Me-Kampagne auf der lokalen Ebene?

Wir wollen, dass unsere Städte pro Tausend Einwohner einen Flüchtling pro Jahr aufnehmen. Das heißt, nach Tübingen soll pro Jahr 85 und Reutlingen 112 Flüchtlinge im Rahmen eines "Resettlement" aufnehmen. Entsprechend wollen wir in Tübingen 85 Patinnen und Paten finden. Unser Ziel ist, wie in München den Gemeinderat und die Stadtverwaltung dafür zugewinnen, die Ziele der Kampagne mitzutragen.

Die Save-Me-Kampagne hat in Tübingen und Reutlingen im September 2008 begonnen. Neben der Werbung von Flüchtlings-Patinnen und -Paten und dem Aufbau eines Netzwerks von Unterstützerorganisationen machen wir Informationsveranstaltungen und Aktionen zur Flüchtlings- und Migrationspolitik wie am „Tag des Flüchtlings“ Anfang Oktober. Im weiteren Verlauf der Kampagne wollen wir auf die Gemeinderäte der Stadt Tübingen zugehen mit dem Ziel eines städtischen Beschlusses. Kommt es zu einer Aufnahme von Flüchtlingen über ein „Resettlement“, werden wir die Patinnen und Paten durch Workshops auf ihre Aufgaben vorbereiten.

Werden Sie Unterstützer-Organisation!

Wir möchten ein Netzwerk aus Initiativen und Organisationen knüpfen, die die Kampagne unterstützen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Wenn Sie als Verein, Initiative, Institution oder Unternehmen Unterstützer-Organisation werden, tragen wir Sie auf der Homepage und in allen weiteren Publikationen der Kampagne als Unterstützer-Organisation ein. Wenn Sie auf "Kampagne" und dann "Unterstützer-Gruppen" klicken, finden Sie die aktuelle Liste der Unterstützerorganisationen.